Das Klementinum – Geschichte mitten in Prag

Der große Gebäudekomplex des Klementinums mitten in der Prager Altstadt blickt auf eine lange Geschichte zurück und beherbergt heute den Sitz der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik (Národní knihovna České republiky) und mehrerer wissenschaftlicher Institute. Es liegt in der Nähe der Karlsbrücke und spielte vor allem für die Wetteraufzeichnung in Tschechien eine bedeutende Rolle.

 

Klementinum – die Geschichte

1556 lud Kaiser Ferdinand den Jesuitenorden nach Prag ein. Er überließ ihnen ein altes und schon baufälliges Kloster, damit sie dort eine Hochschule aufbauen konnten, welche mit der Karls-Universität konkurrieren würde. In den ersten zehn Jahren war die finanzielle Situation jedoch schlechter als erwartet und sowohl Lehrende als auch Studierende hatten mit den schlichten Lebensverhältnissen zu kämpfen.

Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts konnten die Restaurierungsarbeiten beginnen und im 17. Jahrhundert wurden das Klementinum und die Karls-Universität vereinigt.

Der Bau des heutigen Klementinums im Barockstil dauerte über 30 Jahre – von 1953 bis 1726. Dazu gehört auch der astronomische Turm, in dem vor allem Positionsbeobachtungen durchgeführt wurden. Die meteorologischen Messungen begannen im Jahre 1752 und ab 1775 wurden sie täglich aufgezeichnet. So können Wissenschaftler bis heute auf diese Arbeiten zugreifen.

Der Jesuitenorden wurde 1773 aufgehoben und Maria Theresia richtete die Nationalbibliothek im Klementinum ein, die heute noch besichtigt werden kann. Außerdem ist die älteste Mozartgedenkstätte der Welt im Klementinum untergebracht. Es gibt sie dort seit 1837.

Die Ausstellung heute

In der Spiegelkapelle finden heutzutage noch regelmäßig Konzerte für klassische Musik statt. Im Astronomischen Turm kann man aus 68m Höhe aus über Prag schauen. Außerdem ist der barocke Bibliothekssaal besonders bekannt und beherbergt wertvolle Buchsammlungen und Globen. Er ist zudem mit prachtvollen Fresken versehen.  Besucher können im Vorsaal der Bibliothek ein Faksimile des Vyšehrader Kodex bewundern, welcher aus dem 11. Jahrhundert stammt und reich illustriert ist.

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