Auf den Spuren Maria Theresias in Prag

Wie kaum eine andere Frau bestimmte Maria-Theresia die europäische Geschichte zur Zeit ihrer Regentschaft. Noch heute zeugen unzählige der berühmtesten Gebäude in Wien von ihrer Herrschaft und viele europäische Grenzen würden heute deutlich anders verlaufen, hätte sie nicht die Heirat ihrer Kinder geschickt zur Machterweiterung genutzt. Auch Prag ist deutlich von ihrer Herrschaft geprägt. So nutzten die Habsburger die böhmische Hauptstadt vor allem als Sommerresidenz.

Golden City CC0 Pixabay

Auf den Spuren Maria Theresias in Prag

1717 wurde Maria Theresia geboren, jedoch war ihr Schicksal alles andere als vorherbestimmt. Als Frau hatte sie keinerlei Herrschaftsansprüche. Dennoch versuchte ihre Familie ihre Macht zu sichern und so übernahm sie 1740 die Regentschaft über das Habsburger Reich, welche jedoch lange umkämpft wurde. Dies geschah auch in Prag. Kurz bevor Maria Theresia 1743 gekrönt werden konnte, ließ sich Karl Albrecht von Bayern als König ausrufen – von der Prager Burg aus.

Erst 1848 gelang der Durchbruch zum Frieden. Schließlich prägte sie zu Lebzeiten viele Änderungen in Europa. So unter anderem auch in Tschechien: Sie führte Deutsch als Amtssprache ein und hatte den Anspruch, den Staat zu modernisieren. Gleichzeitig jedoch dezimierte sie durch ihre antisemitische Politik das Prager Ghetto enorm und sie führte eine sehr restriktive Politik gegen die jüdische Bevölkerung der Stadt.

Prag als Sommerresidenz der Habsburger

Die Prager Burg wurde nach Maria Theresias Vorstellungen deutlich umgebaut und zu einem Institut für Edelfrauen umfunktioniert. Auch viele andere Gebäude in Prag wurden durch sie geschaffen und erneuert. Die Festung Vyšehrad wurde zunächst von den Franzosen besetzt und schließlich einige Jahre später von den Preußen. Letztere wollten die Festung nicht nutzen, sondern stattdessen zerstören, was allerdings von drei Männern verhindert werden konnte, welche schließlich von Maria Theresia zu Helden erklärt und finanziell belohnt wurden.

Das Benediktinerkloster in Břevnov wurde schon im Jahre Maria Theresias Krönung um einen Saal zu ihren Ehren reicher und wurde schließlich 1754 erneut von der Herrscherin besucht. Auch das Schloss Libeň wurde von Maria Theresia umgestaltet. Einst eine gotische Festung, entstand hier bald ein Rokokoschloss, welches in der Prager Altstadt für die Verwaltung der Stadt dienen sollte. Schließlich wurde es aber der Kaiserin selbst angeboten und sie wohnte darin von 1771 bis 1773.

Zuletzt ist auch die Geburtenklinik Zeugin Maria Theresias, da diese von ihr 1762 gegründet wurde. Sie war gedacht für Frauen, die nicht zu Hause gepflegt werden konnten und war ein Teil Maria Theresias Allgemeinen medizinischen Regulativs, welches die medizinische Versorgung Tschechiens verbessern sollte.

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